Datenreport · Stand: September 2025
Sperrdatei-Report: Wie viele Menschen sind in OASIS gesperrt?
Das deutsche Spielersperrsystem OASIS wächst rasant. Dieser Report fasst die aktuellen, öffentlich verfügbaren Zahlen zu Spielersperren, Selbst- und Fremdsperren sowie zur Nutzung des Systems zusammen – neutral und quellenbasiert.
Aktive OASIS-Sperren im Zeitverlauf
Von rund 47.000 Einträgen (2020) auf über 340.000 – ein Anstieg um mehr als das Siebenfache seit dem bundesweiten Start im Juli 2021.
Selbstsperren vs. Fremdsperren
Die überwältigende Mehrheit der Sperren richten Betroffene selbst ein – ein Zeichen dafür, dass OASIS vor allem als Selbstschutz genutzt wird.
Cyan: Selbstsperren · Rot: Fremdsperren (z. B. durch Anbieter)
Was die Zahlen bedeuten
Der starke Anstieg zeigt zweierlei: Das Bewusstsein für Spielerschutz wächst, und das System wird breit genutzt. Weil eine Selbstsperre mindestens drei Monate und eine Fremdsperre mindestens ein Jahr gilt, werden deutlich mehr Sperren neu eingerichtet als aufgehoben. Für Spieler heißt das: Der Schutz greift lückenlos über alle lizenzierten Anbieter – etwas, das ein Casino ohne OASIS nicht bietet.
Diesen Report einbinden
Sie dürfen die Grafiken mit Quellenangabe frei einbetten. Kopieren Sie dazu den folgenden Code:
Quelle: Regierungspräsidium Darmstadt / GGL · Stand: September 2025. Alle Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Berichten und werden mit neuen Veröffentlichungen aktualisiert.
Wie OASIS entstanden ist und was es misst
OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem, das mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 verbindlich für alle lizenzierten Anbieter wurde. Verwaltet wird die Datei vom Regierungspräsidium Darmstadt. Seit dem 1. Januar 2023 überwacht zusätzlich die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) den regulierten Markt. Jede Zahl in diesem Report bildet damit nur den lizenzierten Bereich ab – also genau die Anbieter, die verpflichtet sind, vor jedem Spielbeginn eine Sperrabfrage durchzuführen. Ein nicht lizenzierter Betreiber taucht in dieser Statistik gar nicht auf, weil er weder abfragt noch meldet.
Die aktiven Sperren zählen die Menschen, die aktuell nicht am legalen Glücksspiel teilnehmen dürfen. Die Systemabfragen dagegen messen die Nutzung: Bei jedem Login und vor jeder Einzahlung gleicht ein lizenziertes Casino oder eine Spielhalle den Spieler mit der Datei ab. Viele Millionen Abfragen pro Jahr bedeuten deshalb nicht ebenso viele Gesperrte, sondern zeigen, wie engmaschig der Abgleich im Alltag läuft. Wie dieser Abgleich technisch funktioniert, ist im OASIS-Ratgeber beschrieben.
Selbstsperre und Fremdsperre im Detail
Der Balken oben trennt zwei sehr unterschiedliche Wege in die Datei. Eine Selbstsperre beantragt die betroffene Person selbst; sie gilt mindestens drei Monate und lässt sich danach nur auf schriftlichen Antrag wieder aufheben. Eine Fremdsperre richtet dagegen ein Anbieter oder ein Angehöriger ein, etwa bei erkennbar problematischem Spielverhalten oder drohender Überschuldung; sie gilt mindestens ein Jahr. Beide wirken identisch: Der Eintrag sperrt bundesweit über alle lizenzierten Anbieter und alle Glücksspielarten hinweg, nicht nur bei dem einen Casino, bei dem der Anlass entstanden ist.
Dass die Selbstsperren klar überwiegen, ist das eigentlich Bemerkenswerte an den Zahlen. Es zeigt, dass die meisten Einträge freiwillig als Selbstschutz gesetzt werden und nicht als Sanktion von außen. Wer den eigenen Stand einschätzen möchte, findet im Spielsucht-Selbsttest eine anonyme Orientierung; die Voraussetzungen für ein Ende der Sperre erklärt die Seite OASIS-Sperre aufheben.
Warum diese Zahlen ein Casino ohne Sperrdatei entlarven
Ein Anbieter, der mit dem Schlagwort „Casino ohne Sperrdatei" wirbt, sagt damit im Klartext: Er fragt OASIS nicht ab und ist folglich nicht Teil dieser Statistik – weil er keine deutsche Lizenz besitzt. Genau der Schutzmechanismus, dessen Wachstum dieser Report dokumentiert, fehlt dort vollständig. Eine bestehende Sperre wird ignoriert, es gibt keine anbieterübergreifende Bremse und keinen Abgleich vor der Einzahlung. Für gesperrte Spieler ist das kein Schlupfloch, sondern der Wegfall jedes Sicherheitsnetzes.
Hinzu kommt: Ohne deutsche Erlaubnis fehlen auch die übrigen Leitplanken des regulierten Marktes – die monatliche LUGAS-Einzahlungsgrenze von 1.000 €, die Einsatzgrenze von 1 € pro Spin an virtuellen Automaten, die 5-Sekunden-Regel zwischen zwei Spins und die Panik-Taste zur sofortigen 24-Stunden-Sperre. Wer die Anbieter systematisch gegenüberstellen möchte, findet das im Spielerschutz-Vergleich; welche Systeme in Europa sonst existieren, zeigt der Überblick Sperrsysteme in Europa. Dieser Report ist eine redaktionelle Einordnung öffentlicher Daten und keine Rechtsberatung.
Markus Behrens · Chefredakteur & Glücksspiel-Analyst
Markus Behrens beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit dem deutschen Glücksspielmarkt, der GGL-Regulierung und dem Spielerschutz. Für casinoohnesperrdatei.de prüft er Anbieter auf Lizenz, Sicherheit und faire Bedingungen.
Zuletzt geprüft: September 2025