Datenvergleich
Spielersperren in Europa: OASIS, GAMSTOP, Spelpaus & Co. im Vergleich
Fast jedes regulierte europäische Land betreibt ein zentrales Spielersperrsystem. Dieser Vergleich zeigt, wie das deutsche OASIS im internationalen Kontext steht – von Start und Sperrtypen bis zu Dauer und Aufsichtsbehörde.
Die nationalen Sperrsysteme im Überblick
| Land | System | Seit | Sperrtypen | Dauer | Aufsicht |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | OASIS | 2021 | Selbst- & Fremdsperre | Selbst ab 3 Monaten, Fremd ab 1 Jahr | GGL / RP Darmstadt |
| Vereinigtes Königreich | GAMSTOP | 2018 | Selbstsperre | 6 Monate bis 5 Jahre | Gambling Commission |
| Schweden | Spelpaus | 2019 | Selbstsperre | 1 / 3 / 6 Monate oder unbefristet | Spelinspektionen |
| Dänemark | ROFUS | 2012 | Selbstsperre | 24 Std. bis 6 Monate oder dauerhaft | Spillemyndigheden |
| Spanien | RGIAJ | 2012 | Selbst- & Fremdsperre | ab 6 Monaten / unbefristet | DGOJ |
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Deutschland: OASIS
Das mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 eingeführte OASIS ist eines der jüngeren, aber umfassendsten Systeme: Es kennt sowohl Selbst- als auch Fremdsperren und ist für jeden GGL-lizenzierten Anbieter verpflichtend. Details im OASIS-Ratgeber.
Großbritannien, Schweden, Dänemark, Spanien
Großbritannien war mit GAMSTOP (2018) ein Vorreiter; die Sperre lässt sich für sechs Monate bis fünf Jahre wählen. Schweden bündelt seit 2019 alles in Spelpaus – inklusive unbefristeter Sperre. Dänemark betreibt mit ROFUS bereits seit 2012 eines der ältesten Register. Spanien kennt mit dem RGIAJ – ähnlich wie Deutschland – auch Fremdsperren. Allen gemeinsam: eine Registrierung, die den Zugang zu allen lizenzierten Anbietern des Landes sperrt.
Der internationale Blick zeigt: Zentrale Sperrsysteme sind europäischer Standard des Spielerschutzes. Ein Casino ohne OASIS stellt sich außerhalb dieses Schutzes – und ist in Deutschland nicht legal. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung und keine Rechtsberatung.
Warum zentrale Sperrsysteme europäischer Standard sind
Dass praktisch jeder regulierte europäische Markt ein eigenes, zentrales Sperrsystem betreibt, ist kein Zufall. Ein einzelner Anbieter kann eine gefährdete Person zwar auf seiner eigenen Plattform sperren – ohne ein anbieterübergreifendes Register wechselt dieselbe Person jedoch einfach zur Konkurrenz. Erst ein nationales System, das jede Anmeldung in Echtzeit gegen ein gemeinsames Register prüft, schließt diese Lücke. Deshalb hat sich in Europa das Prinzip „eine Registrierung, lückenloser Ausschluss bei allen lizenzierten Anbietern" durchgesetzt, wie es das deutsche OASIS, das britische GAMSTOP oder das schwedische Spelpaus umsetzen. Der Gedanke dahinter ist überall derselbe: Spielerschutz funktioniert nur, wenn er nicht durch einen simplen Anbieterwechsel ausgehebelt werden kann.
Historisch waren die nördlichen und westlichen Märkte hier Vorreiter: Dänemark führte sein Register bereits vor über einem Jahrzehnt ein, Großbritannien und Schweden zogen mit stark ausgebauten Systemen nach. Deutschland gehört mit OASIS zwar zu den jüngeren, dafür aber zu den umfassendsten Modellen. Die Details zu Start, Sperrtypen und Dauer der einzelnen Länder fasst die Tabelle oben zusammen.
Unterschiede in der Aufsicht – und was das für Deutschland heißt
Bei aller Gemeinsamkeit unterscheiden sich die Systeme in Reichweite und Aufsicht. Manche Länder kennen nur die Selbstsperre, andere – darunter Deutschland und Spanien – auch die Fremdsperre auf Antrag Dritter. Auch die Trägerschaft variiert: mal eine zentrale Glücksspielbehörde, mal eine branchennahe Stiftung wie bei GAMSTOP. In Deutschland liegt die Marktaufsicht bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale), während die Sperren selbst beim Regierungspräsidium Darmstadt verwaltet werden. Für Spielende in Deutschland ist die Einordnung eindeutig: Maßgeblich ist allein OASIS. Eine ausländische Sperre schützt hier nicht, und ein Anbieter ohne OASIS-Anbindung steht außerhalb der deutschen Regulierung. Wer die Anbindung prüfen will, nutzt den Lizenz-Checker; die Entwicklung der Regeln zeigt die Chronik. Diese Übersicht ist eine redaktionelle Einordnung und keine Rechtsberatung.
Was der europäische Vergleich für Spieler bedeutet
Der Blick über die Grenzen zeigt vor allem eines: Zentrale, anbieterübergreifende Sperrsysteme sind in regulierten Märkten die Regel, nicht die Ausnahme. Ob OASIS in Deutschland, GAMSTOP in Großbritannien oder Spelpaus in Schweden – überall gilt dasselbe Grundprinzip: Eine einzige Registrierung sperrt den Zugang zu allen lizenzierten Anbietern des Landes. Für Spieler in Deutschland folgt daraus eine klare Konsequenz: Ein Anbieter, der an keines dieser Systeme angebunden ist, operiert außerhalb jeder nationalen Aufsicht. Eine ausländische Sperre ersetzt OASIS nicht, und ein Casino ohne OASIS bietet keinen dieser Schutzmechanismen. Wer sichergehen will, prüft den Anbieter vorab im Lizenz-Checker und wählt ausschließlich in Deutschland lizenzierte Casinos. Dieser Vergleich ist eine redaktionelle Einordnung und keine Rechtsberatung.
Markus Behrens · Chefredakteur & Glücksspiel-Analyst
Markus Behrens beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit dem deutschen Glücksspielmarkt, der GGL-Regulierung und dem Spielerschutz. Für casinoohnesperrdatei.de prüft er Anbieter auf Lizenz, Sicherheit und faire Bedingungen.
Zuletzt geprüft: Juli 2026